Historie

Passier. Eine Erfolgsgeschichte seit 1867

Seit mehr als 150 Jahren steht der Name Passier für Sattlerhandwerk, Qualität und die Leidenschaft für Pferde und Reitsport. Was 1867 in Hannover begann, wird heute in fünfter Generation weitergeführt. Eine Geschichte von Menschen, die ihr Handwerk verstanden, ihrer Zeit immer wieder vorausdachten und eines nie aus den Augen verloren: Produkte für Pferd und Reiter zu fertigen, die über viele Jahre hinweg begleiten.

Die Familie Passier im Garten, um 1900

Die Familie Passier, um 1900

1867

Der Anfang einer besonderen Geschichte

1867 ist es so weit: Georg Passier, Regimentssattler des königlichen Ulanen-Regiments Nr. 13, eröffnet seine eigene Sattlerei am Aegidientorplatz in Hannover. Wenig später zieht der Betrieb in das Haus Lange Laube 2, in direkter Nähe der Königs-Ulanen.

Georg Passier, Firmengründer und Regimentssattler

Georg Passier, Firmengründer

Doch um einen eigenen Handwerksbetrieb führen zu dürfen, muss Georg Passier zunächst Bürger der Stadt Hannover sein. Am 17. September 1867 wird er in das Bürgerbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover eingetragen. Dieser Tag gilt bis heute als offizieller Gründungstag von Passier.

Historischer Briefkopf: G. Passier & Sohn, Hoflieferant Sr. Majestät des Kaisers und Königs, Hannover

Briefkopf: Hoflieferant Sr. Majestät des Kaisers und Königs

1901

Die zweite Generation

Ernst Heinrich Georg Passier, zweite Generation

Ernst Heinrich Georg Passier

34 Jahre später tritt die nächste Generation in das Familienunternehmen ein. Ernst Heinrich Georg Passier, Sohn des Firmengründers und ebenfalls Sattlermeister, beginnt 1901 im Alter von 28 Jahren seine Arbeit im väterlichen Betrieb.

Von nun an trägt das Unternehmen den Namen „G. Passier & Sohn, Hof- und Regimentssattler“. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs beschäftigt Passier bereits 80 Mitarbeiter.

Historische Modelltafel der Passier Sättel, Hof- und Regimentssattler Hannover

Modelltafel der Passier Sättel

Zeitgenössische Darstellung des Königs-Ulanen-Regiments Nr. 13

Das Königs-Ulanen-Regiment Nr. 13

Neue Zeiten, neue Wege

Nach dem Ersten Weltkrieg verändert sich die Welt grundlegend. Die zivile Reiterei liegt brach, Pferdegespanne werden zunehmend durch Automobile ersetzt. Für das Unternehmen beginnen schwierige Jahre.

Doch Ernst Passier gibt nicht auf. Er nimmt frühere Kontakte ins Ausland wieder auf, baut internationale Verbindungen aus und erschließt neue Absatzmärkte. Der Name Passier wird über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. Passier Sättel werden international zu einem Begriff für Qualität aus Deutschland.

Das Passier Stammhaus in der Langen Laube in Hannover

Das Stammhaus in der Langen Laube, Hannover

Historische Anzeige: Der Sieg in der Olympiade auf einem Sattel von G. Passier & Sohn

Anzeige: Olympiasieg auf einem Sattel von G. Passier & Sohn

1930

Die dritte Generation denkt international

Georg Passier, dritte Generation

Georg Passier, dritte Generation

1930 beginnt Georg Passier, der Sohn von Ernst Passier, im Alter von 23 Jahren seine Arbeit im Familienunternehmen. Auch er ist ausgebildeter Sattler. Zusätzlich bringt er eine kaufmännische Ausbildung und die Erfahrungen eines einjährigen Aufenthalts in den USA mit. Ein Wissen, das die weitere Internationalisierung von G. Passier & Sohn entscheidend voranbringt.

Trotz der Wirtschaftskrise gewinnt das Reiten wieder an Bedeutung. Die Entwicklung des Unternehmens geht voran. Bis der Zweite Weltkrieg erneut alles verändert.

Bei Luftangriffen wird auch das Passier Stammhaus in der Langen Laube getroffen. Doch Georg Passier hält an einem Leitsatz fest, der sinnbildlich für die Geschichte des Familienunternehmens steht:

Luftaufnahme von Hannover nach den Luftangriffen des Zweiten Weltkriegs

Wir müssen ja weiterkommen!

Ausgelagerte Maschinen und Ledervorräte sind unbeschädigt geblieben. Mit ihnen beginnt nach dem Krieg der Wiederaufbau am neuen Standort Am Herrenhäuser Bahnhof. Erste große Aufträge folgen. Die Produktion wächst, die Nachfrage nach Reitsportartikeln steigt und Passier wird Teil des deutschen Wirtschaftswunders.

Springreiter auf einem Parcours mit Passier Hindernis

Passier im Parcours

Die Produktion in Herrenhausen läuft auf Hochtouren. Gleichzeitig gewinnt der Export von Qualitätswaren „made in Germany“ immer stärker an Bedeutung.

Qualität „made in Germany“ geht um die Welt

Passier Sättel finden ihren Weg zu Reiterinnen und Reitern weit über Deutschland hinaus. Das Wissen der Sattler, die Qualität der Materialien und die Erfahrung aus Jahrzehnten bilden dabei die Grundlage für den internationalen Erfolg.

Innenansicht des Passier Ladengeschäfts für Reit- und Fahrausrüstungen

Im Ladengeschäft für Reit- und Fahrausrüstungen

Patenturkunde von 1959 für den Reitsattelbaum mit Sperrholzrahmen

Patenturkunde 1959: Reitsattelbaum mit Sperrholzrahmen

1967

Ein neues Zuhause in Langenhagen

Der neue Firmensitz in Langenhagen, bezogen 1967

Der neue Firmensitz in Langenhagen, 1967

Genau 100 Jahre nach der Gründung schlägt Passier ein neues Kapitel auf. 1967 zieht das Unternehmen an seinen heutigen Firmensitz nach Langenhagen bei Hannover, Am Pferdemarkt 8+10.

Der Neubau ist weit mehr als ein neuer Standort. Er ist ein klares Bekenntnis zur eigenen Fertigung und zum Produktionsstandort Deutschland. Bis heute entstehen hier Passier Sättel, Zäume und Zubehör.

1968

Die vierte Generation

Katrin Passier, Urenkelin des Firmengründers, ist bereits als Kind und Jugendliche eng mit dem Familienunternehmen verbunden und verbringt viel Zeit im Betrieb ihres Vaters. Nach ihrer Hochzeit im Jahr 1966 kommt auch ihr Ehemann Jochen A. Kannemeier zu Passier. Der gelernte Chemieingenieur lernt das Sattlerhandwerk und das Unternehmen von Grund auf kennen.

Sattler bei der Arbeit in der Passier Werkstatt

Sattlerarbeit in der Werkstatt

Jochen A. Kannemeier, vierte Generation

Jochen A. Kannemeier

Am 17. September 1968, auf den Tag genau 101 Jahre nach der Unternehmensgründung, steigt er offiziell in das expandierende Familienunternehmen ein.

Wachstum mit einem klaren Qualitätsanspruch

Auch die vierte Generation setzt auf höchste Qualität aus Meisterhand und entwickelt das Unternehmen konsequent weiter. In den 1980er-Jahren wächst Passier erneut stark. Über einige Jahre hinweg wird sogar an zwei Produktionsstandorten gefertigt.

Bei allem Wachstum bleibt der Anspruch derselbe: Produkte zu fertigen, die durch handwerkliches Können, hochwertige Materialien und ihre Langlebigkeit überzeugen.

Passier Katalog: Reitkultur seit 1867

Passier Katalog: Reitkultur seit 1867

1994

Die fünfte Generation übernimmt Verantwortung

1994 tritt Georg Dirk Kannemeier, Sohn von Katrin und Jochen Kannemeier, als fünfte Generation in das Familienunternehmen ein. Genau 80 Jahre nach dem Tod von Georg Christian Passier.

Aus der einstigen Sattlerei ist inzwischen ein international tätiges Unternehmen geworden. Rund 80 Mitarbeiter arbeiten für Passier, die Produkte werden in mehr als 40 Länder auf allen Kontinenten exportiert. Und doch ist der Kern des Unternehmens derselbe geblieben.

Zeitungsbericht über erfolgreiche Olympia-Reiter auf Sätteln von Passier

Olympia-Erfolge auf Sätteln von Passier

Langenhagen bleibt das Herz von Passier

Der Firmensitz in Langenhagen wird in den folgenden Jahren immer wieder umgebaut und modernisiert. Passier bleibt dabei ganz bewusst dem Produktionsstandort Deutschland treu.

Entwicklung und Fertigung liegen bis heute im eigenen Haus. Neue Ideen können so direkt dort entstehen, wo seit Generationen das Wissen über Sättel, Leder und handwerkliche Verarbeitung zu Hause ist.

Luftaufnahme des Passier Firmensitzes in Langenhagen

Der Firmensitz in Langenhagen heute

Handgefertigte PS-Sattelbäume in der Passier Manufaktur

Handgefertigte PS-Sattelbäume

Vom handgefertigten PS-Sattelbaum bis zur Endkontrolle entsteht ein Passier Sattel in vielen einzelnen Arbeitsschritten. Erfahrung, Fingerspitzengefühl und ein geschulter Blick begleiten ihn durch die Manufaktur. So wird aus hochwertigen Materialien ein Produkt, das seinen ganz eigenen Charakter trägt: ein Unikat aus Meisterhand.

Tradition bedeutet für uns, uns weiterzuentwickeln

Gerade in einer Welt, die immer schneller wird, glauben wir an den Wert guter Handarbeit. An Produkte, die nicht für einen kurzen Moment entstehen. An Sättel, die Pferde und Reiter über viele Jahre begleiten können. Und an Qualität, die man sieht, fühlt und erlebt.

Handwerkliche Lederverarbeitung in der Passier Manufaktur

Lederverarbeitung von Hand

Handnaht an einem Passier Sattel

Handnaht an einem Passier Sattel

Seit 1867 hat sich vieles verändert. Der Reitsport. Die Anforderungen an unsere Produkte. Die Möglichkeiten in Entwicklung und Fertigung. Unser Anspruch an Qualität ist geblieben.

Auch in Zukunft wollen wir das Wissen unseres traditionellen Sattlerhandwerks bewahren und gleichzeitig den Mut haben, weiterzudenken. Mit neuen Ideen, im engen Austausch mit dem Reitsport und mit dem Blick auf das, was Pferd und Reiter wirklich brauchen.

Passier. Seit 1867.
Und bereit für alles, was vor uns liegt.

Das Passier Emblem

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